Atemberaubende Fotoreise durch Sardiniens Norden

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Nun ist mein Urlaub auf Sardinien schon wieder vorbei, aber ich habe uns ganz viele tolle Bilder mitgebracht und nehme Dich nun mit auf eine Fotoreise durch Sardiniens Norden.

Isola dei Gabbiani auf Sardinien

Isola dei Gabbiani liegt ca. 50 Minuten vom Flughafen in Olbia entfernt und ist per Mietwagen gut zu erreichen. Das Feriendorf bietet eine Abholung für ca. 80 €/je Strecke an, was preislich dann schon wieder einen Mietwagen rechtfertig. Dieser ist auch für Erkundungstouren außerhalb der Camping-Insel notwendig.

Isola dei Gabbiani liegt an der Costa Smeralda und sieht man bereits vom Berg aus kommend vor sich. Über eine kleine Landzunge, umgeben vom salzigen Meerwasser, befindet man sich schon auf dem naturschönen Gelände. Hier stehen Flächen für Camper und Zelte zur Verfügung, die teilweise auch erst vor Ort von Durchreisenden gebucht werden. Feststehende 20-40m² große Bungalows können ebenso angemietet werden, was wir im Vorfeld taten.

Anlage Isola dei Gabbiani auf Sardinien

Wir hatten uns eine Natural Junior Suite gebucht für 109€/Tag. Der Bungalow hatte eine wunderschöne, überdachte Terrasse mit Meerblick, obwohl dieser in zweiter Reihe lag. Den Ausblick haben wir jeden Abend genossen. Der Bungalow hatte als Ausstattung eine Kochnische, Doppelbett, kleines Sofa und Bad mit Dusche. Alles was man braucht. Allerdings sollten Kaffeetrinker daran denken, dass ein normaler Kaffee hier ein Espresso ist und somit im Bungalow auch nur die dafür vorgesehene Maschine steht.

Strand Isola dei Gabbiani auf Sardinien

Das Gelände bietet neben Supermarkt und Restaurant (mit super Fisch und Pizza) auch einen traumhaften Wanderweg bis zum Ende der Isola dei Gabbiani. Dort gibt es kleine Buchten die zum Schnorcheln oder Sonnenbaden einladen. Mit Glück sieht man ein paar Schildkröten oder begibt sich auf eine Bird-Watching-Tour. Spaziergang-Liebhaber sollten unbedingt morgens die Brötchen vom Supermarkt holen und den frischen Maestrale Wind am Körper spüren. Da startet der Tag gleich doppelt so gut.

Am Strandanfang, welcher von der Rezeption ca. 250m entfernt ist und Sportfreunde den Shuttle für sich und die Sportausrüstung bis dahin nutzen können, gibt es diverse Aktivitäten. Muskelmobilisierung, Pilates, Wassergymnastik, Zumba, Beachvolleyball, Surfing, SUP oder Boccia. Gelesen habe ich leider erst am letzten Tag das Angebot vom Bike-Up-Paddling. Sieht aus wie Stand-up-Paddling nur mit feststehenden Fahrrädern drauf. Das wäre ein Spaß geworden und bestimmt nass! Am Ende vom Strand gibt es diverse Beach Bars und ein Windsurf-Village, was am Abend mit Musik zum Sundowner einlädt.

Insel LaMaddalena

8km vom Feriendorf liegt Palau, wo Fähren nach Korsika / Bonifacio (1 Std) oder LaMaddalena (20 Minuten) ablegen. Eine Hin- und Rückfahrt für 2 Personen inkl. Pkw kostet nach LaMaddalena 48€. Dort angekommen kann die Panoramaroute (20km) entlang der Küste, mit tollen Ausblicken auf das Meer, erkundet werden.

Von LaMaddalena aus kann über eine kleine Brücke die nächste Insel erkundet werden: Caprera. Sie ist mit ihren grünen Alleen und südlichen kleinen Bade-Buchten einfach perfekt für einen Relax-Tag. Suche Dir ein nettes Plätzchen entfernt von den Touristenstränden. Wer es aktiver mag, kann auch in den Norden fahren und dort zum Strand „Tahiti“ wandern – ca. 30 Minuten und gutes Schuhwerk sind mitzunehmen.

Meine Tipp: beide Inseln – früh morgens aus Palau los (Tickets können auch auf der Fähre erworben werden) und spät abends zurück. Ein ganzer Tag lohnt sich dort zu verbringen.

Altstadt in LaMaddalena

Die Altstadt von LaMaddalena liegt direkt am Hafen und lädt zum Shoppen und Päuschen machen gleichermaßen ein. Nach einer leckeren Stärkung zum Beispiel mit einem Serrano-Melonen-Teller, gibt es viele Geschäfte zu durchstöbern, die u.a roten Korallen-Schmuck anbieten.

Castelsardo im Norden Sardiniens

Castelsardo ist ca. 1,5 Std. von Palau entfernt. Am besten den Küstenweg entlang der SS133 nutzen. Hier entdeckt man dann schon auf der Hinfahrt „seinen Strand“, der auf der Rückfahrt für eine Abkühlung des heißen Tages sorgen soll.

Castelsardo selber ist nicht groß, aber ein Aufstieg zur Burg lässt einen schönen Ausblick genießen und in engen Gassen der Burg-Altstadt italienisches Essen oder ein Eis genießen. Ein Fotomotiv ist direkt vor Einfahrt nach Castelsardo Pflicht. Es gibt viele Haltebuchten an der SS200, um die Häuser und die Burg auf dem Berg zu fotografieren.

Einen Abstecher kann noch zum Elefantenfelsen gemacht werden, der direkt an der Straße mit vielen anderen Touristen steht. Es ist eine Empfehlung aus dem Reiseführer. Ich würde da nicht extra hinfahren, aber beim Vorbeifahren kann man sich diesen schon anschauen. Von solchen Felsformationen haben die Sarden einige wie den Krokodilfelsen oder Bärenfelsen.

Essen auf Sardinien 

Und wie soll es auf Sardinien mit italienischen Flair anders sein, als genussvoll zu Essen. Überall gibt es leckere Köstlichkeiten und das „Kleinigkeiten essen“ liebe ich und da dürfen Oliven, Käse, Tomate-Mozzarella, Serrano-Schinken und Melone sowie Bruschetta nicht fehlen. Natürlich haben wir auch tolle Spaghetti und selbstgemachte Pizza gegessen. Hin und wieder haben wir uns auch ein italienisches, selbstgemachtes, cremiges Eis gegönnt. 

Grotta di Nettuno und der Weg zurück

Von Palau nach Alghero sind es ca. 2,5 Stunden Autofahrt. Hin sind wir über die 133 entlang der Küste – wie der Weg nach Castelsardo, nur kurz vorher Richtung Alghero abbiegen – und zurück über die Landstraße 127 und 133. Achtung, die Nr. 133 gibt es zweimal: einmal entlang der Küste und einmal durch das Landesinnere.

Auf der Landstraße wird es kurvig, es sind kaum andere PKW oder Menschen in den Dörfern unterwegs und dazu bekommt man noch eine traumhafte Landschaft zu Gesicht. Wir waren froh diesen Weg gewählt zu haben, da man hier die Schönheit Sardiniens sieht.  Teilweise konnten wir auch die Schienen der Trenino Verde sehen, den bekannten Zug, der durch die Landschaft Sardiniens fährt. So hatten wir also gleich zwei Ausflüge (Alghero und Zugfahrt) mit einer Autofahrt absolviert. Supi! Das war auch gut, da wir Sardiniens Fläche zeitlich unterschätzt hatten.

Zurück zu Alghero. Tolle Altstadt zum Flanieren, jedoch hat zwischen 14:00 Uhr (evt. auch schon früher) und 17:00 Uhr kein Geschäft dort geöffnet. D.h. entweder früh morgens da sein oder spät abends. Abends ist auch der Marktplatz durch die zahlreichen Restaurants und Geschäfte mit Leben gefüllt, was wohl ein tolles Erlebnis sein soll. Wir waren leider erst gegen 14:00 Uhr da und hatten bis auf 2-3 Geschäfte, 3-4 Restaurants und 1-2 Eisdielen geschlossene Geschäfte vorgefunden.

Entlang der Promenade ist ein Abstecher zum Strand möglich. Jedoch ist hier die Touristenhochburg und es kam mir wie klein Lloret de Mar vor: Hüpfburgen, Wasserrutschen, Liege an Liege, Touristen, viele Restaurants, Geschäfte uvm.  – ob es schön ist, muss jeder für sich selber entscheiden.

Warum wir erst um 14:00 Uhr da waren, lag an unseren 654 Stufen hinab zur Grotta di Nettuno. Dorthin führte uns ein wunderbarer Weg entlang der Küste mit tollen Ausblick. Sobald man einen Parkplatz gefunden und die Stufen in der Hitze bezwungen hat, ist man in der Grotte (13€), in der man in Touristen-Schlangen 30 Minuten durchgeführt wird. Jedoch war das kein Problem und hat mich auch nicht sonderlich gestört im Gänsemarsch die Grotte zu besichtigen, da meine Aufmerksamkeit den Stalaktiten und Stalagmiten galt. Wer die Stufen weder runter noch hochgehen möchte, kann das Boot nutzen, welches ca. zusätzliche 17€ kostet. Für mich ist aber immer der ursprüngliche Weg das Ziel, welches mich dann meistens am Ende auch erstaunen lässt.

Schiffstour mit der Wave

Die Schifffahrt mit der kleinen Wave war ein Höhepunkt unserer Sardinienreise. Von Palau aus starten die Schiffe, die man sich am Vorabend am Pier anschauen und buchen kann. Zwischen 80-120€ pro Person kostet eine Tagestour; mit der Wave von Dea del Mare Shardana Sail waren es 100€.

Gestartet sind wir um 10:00 Uhr und kamen braungebrannt und erschöpft um 17:30 Uhr zurück am Pier an. Die Tour beinhaltet neben einer kleinen Gruppe von 12 Leuten, tolle Schwimmaufenthalte und Ausblicke sowie leckeres Essen, Wein (Vermentino) und Wasser. Von Bruschetta über Käse & Schinken, Spaghetti mit selbstgemachter Sauce bis hin zu sardischen Kuchen, Keksen und Obst war alles dabei und wir satt!

Vorbei an Sardiniens Küste sind wir nach Spargi geschippert, während wir es uns auf dem Sonnendeck gemütlich gemacht hatten. Dort konnten wir 1 Stunde im Wasser schwimmen, schorcheln (Masken auch an Bord verfügbar) oder die Sonne an Deck genießen.

Info: viele Bootanbieter verkaufen die Erkundung des pinken Strandes, den es so leider nicht mehr gibt und nur um den Verkauf der teureren, kleineren Boote zu rechtfertigen. Nur die kleinen Boote dürfen nah genug heranfahren, um einen Ausstieg zu ermöglichen. 

Weiter ging unsere Reise nach Budelli, wo wir 2,5 Stunden verbrachten: Mittagessen, Schorcheln, Schwimmen, Relaxen, wieder Schorcheln, Schwimmen und Relaxen. Allerdings legen hier viele Boote an, doch Giovanni, unser Kapitän versuchte uns ein wenig abseits zu positionieren, was ihm gut gelang.

Zu guter Letzt ging es nach St. Maria, wo wir mit dem kleinen Beiboot an den traumhaften Sandstrand, ohne weitere Touristen, gebracht wurden. Wer wollte konnte natürlich auch hinüber schwimmen. Ps: An dem Strand ist das Haus von Roberto Binulli, leider habe ich ihn nicht angetroffen und so bliebt mir die Frage nach einer Filmrolle verwehrt. 

Mein Tipp: ich empfehle den Strand alleine entlang zu laufen, die Füße im weißen Sand oder im kristallklaren Wasser zu spüren und einfach kurz innezuhalten und zu genießen.  

Nach 30 Minuten der Einsamkeit ging es aufs Boot, vorbei an LaMaddalena und zurück in den Hafen von Palau. Für den Tagestrip auf dem Schiff wird nur ein Handtuch, Badebekleidung, Sonnencreme und Fotoapparat benötigt – let`s go oder besser let`s ship. Gute Laune & relaxte Stimmung, Informationen zu Inseln, Häusern und Felsformationen kamen von Giovanni (Kapitän) und Letty (Köchin), die oft mit der Wave unterwegs sind und auch auf TripAdvisor zu finden sind. Also hinlegen, zuhören, trinken, essen, schwimmen und am Abend kaputt ins Bett fallen. Toller Tag!

Mein Resümee für Sardiniens Norden

Schwupps waren die 9 Tage um. Okay wir lagen auch zwischen den Aktivtagen am Strand und haben nur das klare, türkisblaue Wasser, die heiße Sonne, die sympathische Beach Bar und das abendliche italienische „ich esse von allem etwas“ auf unserer Terrasse genossen. Das Essen haben wir uns frisch vom Markt gekauft. Natürlich meine Vorlieben für Oliven, Serrano und Käse. Das Beste es hat sogar ohne italienisch Kenntnisse funktioniert. Englisch ist nicht so verbreitet.

Wer Wasser und Bewegung liebt, ist auf Sardinien genau richtig und das in relative kurzer Flugzeit von Deutschland aus. Es gibt viele Möglichkeiten sich auf Sardinien aktiv zu betätigen: von Wassersport über Wandern, Schwimmen bis hin zum Spaziergang.

Den Süden Sardiniens haben wir leider nicht besichtigen können aufgrund der 4-5-stündigen Autofahrt und der doch sehr anstrengenden Hitze. Daher habe ich mich auf die Suche begeben und einen tollen, inspirierenden Südsardininen Artikel von Katrin – Reisebloggerin von ‚viel unterwegs‘ – für Dich gefunden!

Und damit die Urlaubspackerei nicht so stressig wird, hier noch ein paar Tipps zur stressfreien Urlaubsvorbereitung.

Solltest Du über Zürich via Fähre anreisen, kann ich Dir noch einen wunderschönen, entspannten Stopp empfehlen: Thermalbad in ehemaliger Brauerei 

Weitere Highlight im Mittelmeer gibt es natürlich auch, wie wäre zum Beispiel ein Kurztrip nach Malta. Traumhaft schön, nur nicht geeignet, wenn ein Badeurlaub gewünscht ist. Dieser Beitrag wurde von mir im Nachgang noch zur Blogparade von Italienundich hinzugefügt, damit Du noch mehr Italien-Tipps erhältst.

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